Sonntag, 21. Dezember 2008

Auf dem Weg zum Journalisten: Teil 2; Online-Journalismus

Nachdem wir im ersten Teil bereits den Weg zum Journalisten über die freie Mitarbeit bei einer Lokalzeitung betrachtet haben, werden wir in diesem Post versuchen einen weiteren möglichen Weg aufzuzeigen.

Mit dem Internet öffneten sich die Tore der Information fast für die ganze Welt. Jeder ist mit jedem vernetzt. Nachrichten sind nicht mehr ausschließlich über Zeitungen, Fernsehen und Radio zu bekommen, sondern auch über das World Wide Web. Mittlerweile veröffentlichen die großen Zeitungen ihre meisten Artikel auch selbst online – und das umsonst. Doch neben den alten Bekannten sprießen auch neue, zumeist kleine, innovative Projekte aus dem Boden, die versuchen auf dem Terrain Fuß zu fassen.

Hierbei gibt es prinzipiell zwei verschiedene Varianten. Einmal das Genre Blog, das sich mit allem Möglichen beschäftigen kann. Über ein Online-Tagebuch bis hin zum Zeitungsersatz ist nahezu alles möglich. Zu dieser Kategorie zählt auch Hingesehen. Zumeist junge Menschen, die merken, dass sie eine Affinität zum Schreiben besitzen, können sich auf solchen Web 2.0- Elementen austoben. Dass aus einem solchen Hobby durchaus ein Beruf werden kann, beweisen Blogs wie Spreeblick und Bildblog. Allerdings stehen Europa und vor allem Deutschland in diesem Bereich den USA noch einiges nach. Die Popularität von diesen Schreibplattformen ist hierzulande noch sehr ausbaufähig.

Als zweite Option bietet das Internet für den angehenden Journalisten diverse Sparten-Webseiten. Zu fast jeder Sportart gibt es Homepages, die sich dem jeweiligen Sport verschrieben haben und viele Möglichkeiten für Schreiberlinge bieten. Hier sollte man sich einfach trauen, die Verantwortlichen anzuschreiben und ihnen einen Probeartikel zuzusenden. Natürlich gibt es auch Angebote die über Sport hinausgehen, man muss einfach nur lange genug das Web durchstöbern. Die Vielfalt ist fast unbegrenzt.

Prinzipiell sollte man an solche Projekte, egal ob Blogs oder andere, mit der Einstellung heran gehen, dass das Sammeln von Erfahrungen und der Spaß am Schreiben im Vordergrund stehen. Geld verdient man hier erstmal keines. Später gibt es aber auch im Web Möglichkeiten, vor allem durch Werbung Geld zu verdienen. Dafür muss man allerdings erstmal sehr viel Arbeit investieren. Allerdings kann das Internet durchaus ein Sprungbrett für eine journalistische Laufbahn sein. In unseren persönlichen Erfahrungsberichten möchten wir euch einmal zeigen, wie es uns im Dschungel des Online-Journalismus erging.

Erfahrungen von politischer Hofnarr 2:
Mit dem Schreiben habe ich ungefähr in der zwölften Klasse begonnen. Zuerst habe ich ein paar Artikel für eine Plattform namens Readers-Edition geschrieben. Hier kann jeder registrierte Autor, nach Kontrolle eines Redaktionsteams, seine Werke veröffentlichen. Andere User können bewerten und kommentieren.
Anschließend wurde ich als Basketballer auf die Internetseite Crossover-Online aufmerksam. Dies ist die größte deutsche Basketballseite, die sich mit der NBA, der BBL, College-Basketball und Streetball beschäftigt. Dort konnte ich meine Begeisterung für das Schreiben und Basketball perfekt kombinieren. Nach einiger Zeit als Leser schrieb ich eine Mail, in der ich anfragte, ob und wie man "Schreiberling" werden kann. Ich musste einen Probeartikel verfassen und wurde anschließend als Redakteur auf Probe übernommen. Mittlerweile bin ich fester Redakteur. Die Redaktionsarbeit läuft weitgehend online über Forum, Wiki, Internetmessenger und Skype. Über diese Arbeit bekam ich auch die Möglichkeit für das Print-Magazin Basket ab und zu als freier Mitarbeiter zu schreiben. Dafür bekomme ich natürlich auch ein wenig Geld.
Zusätzlich startete ich mit einem Schulfreund im Sommer dieses Jahres das Blog-Magazin, das ihr gerade lest: Hingesehen. Hier kann ich auch über andere Themen als Basketball schreiben und der Blog ist somit die perfekte Ergänzung zu meiner Arbeit bei Crossover-Online.


Erfahrungen von Politischer Hofnarr 1:
Vor etwa zwei Jahren machte mich mein heutiger Blogger-Kollege auf die Plattform Readers Edition, auf die oben bereits eingegangen wird, aufmerksam. Zu dieser Zeit war ich online unter anderem in einigen Foren aktiv, also mit dem Medium Web vertraut, und spielte zudem mit dem Gedanken bei der Lokalzeitung als freier Mitarbeiter vorstellig zu werden. Die Möglichkeit, mir selbst die Themen meiner Artikel auszuwählen, reizte mich letztendlich mehr als einen Zehnzeiler über die Jahreshauptversammlung eines Hühnerzuchtvereins zu schreiben - auch wenn es dafür kein Geld gab.
Etwa zur selben Zeit waren wir (die beiden Blog-Gründer) für etwa ein Jahr in der Redaktion der Schulhomepage unseres Gymnasiums, wo wir Grundkenntnisse in html erlernten. Diese benötigte ich seither jedoch wegen diverser Content-Management-Systeme (CMS) kaum mehr.
Mit diesen Voraussetzungen bewarb ich mich wenige Monate vor dem Abitur für ein Praktikum in der Online-Redaktion der Ruhrgebiets-Sportzeitung
RevierSport. Nach einem kurzen Vorstellungsgespräch in Essen arbeitete ich dort im Sommer 2008 zwölf Wochen lang. Dabei konnte ich die Grundlagen des journalistischen Handwerks (auch in Zusammenarbeit mit der Print-Ausgabe) kennen lernen, die auch im schnelllebigen Online-Bereich von elementarer Wichtigkeit sind. Seit Ende des Praktikums bin ich weiter für RevierSport als freier Mitarbeiter tätig.
Vor einem halben Jahr eröffnete ich mit "Politischer Hofnarr 2" dann den Hingesehen-Blog. Hier können wir durch zusätzliche Praxis unsere Schreibe verbessern und zudem durch die eigene Gestaltung und Aufmachung der Seite online-spezifische Erfahrungen sammeln.

Kommentare:

Isabella hat gesagt…

Eine schöne Geschichte von euch.;)
Ich drücke euch die Daumen, dass ihr irgendwann mal richtig durchstartet.
Euren Blog finde ich bis jetzt ganz gut und ich bin auf neue Einträge gespannt.

stanzebla hat gesagt…

Jau, ich wünsch euch auch, dass ihr irgendwann ordentlich Geld mit dem Journalismus verdient und vielleicht sogar bekannt werdet. :)