Montag, 29. Dezember 2008

Erinnert Ihr euch an 2008? (Teil 1)

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und auch Hingesehen will sich nicht ohne Jahresrückblick aus 2008 verabschieden. Bei der Auswahl der Themen haben wir allerdings darauf geachtet, nicht ausschließlich dem "mainstream" zu folgen, sondern eine eigene Auswahl zu treffen. So tauchen etwa die Namen Angelina Jolie oder Matthias Steiner nicht auf, dafür erinnern wir an Geschehnisse, die nicht unbedingt mehr präsent sind. In zwei Teilen präsentieren wir Euch Bemerkenswertes aus den Bereichen Gesellschaft und Politik.

Januar: Der australische Schauspieler und Frauenschwarm Heath Ledger stirbt unter zunächst strittigen Umständen im Alter von 28 Jahren in New York. Später geht die Polizei von einem Unfall bei der gleichzeitigen Einnahme von sechs Medikamenten aus. Im Laufe des Jahres erhält Ledger bei Fans und Medien nahezu Legenden-Status. Wieder einmal scheint sich zu bestätigen, dass der frühe Tod zu mehr Popularität führt. Mit seiner letzten Rolle als "Joker" in "Batman - The Dark Knight", begeistert er die Massen. Der Film spielt nicht zuletzt durch den Hype um den eigentlichen Antagonisten fast eine Milliarde US-Dollar ein und wird damit einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

Februar: Die Ende der 1990er-Jahre vom Krieg geplagte Region Kosovo erklärt am 17. Februar 2008 seine Unabhängigkeit von serbischem Territorium - knapp neun Jahre nach der Errichtung eines UN-Protektorats, das für relative Ruhe im Krisengebiet sorgte. Hauptstadt des von etwa 2 Millionen Menschen bevölkerte Landes ist Pristina, als offizielle Währung gilt der Euro, auch wenn der Kosovo nicht Teil der Europäischen Währungsunion ist. Die Unabhängigkeitserklärung wird unter anderem von 20 EU-Staaten, darunter mit Ausnahme Serbiens alle Länder des ehemaligen Jugoslawien, sowie den USA anerkannt.

März: In deutschen Müllverbrennungsanlagen wird italienischem Müll der Garaus gemacht. Nachdem sich zu Jahresbeginn die Abfälle der Neapolitaner in den Straßen der drittgrößten Stadt Italiens stapelten, wurden Teile davon nach Deutschland transportiert, um Abhilfe zu schaffen. Das Problem: Die Camorra, organisierte Wirtschaftskriminelle, verdienen am chaotischen Zustand in Neapel, weshalb ein erneutes Aufkommen nicht ausgeschlossen ist. Als Folge der Verschmutzungen gingen die Touristenzahlen stark zurück und der Boden wurde durch Sondermüll verseucht.

April: Der Müll ist weg, ein anderer bleibt: Silvio Berlusconi wird zum dritten Mal zum italienischen Ministerpräsidenten gewählt. Mit einem Privatvermögen von über neun Milliarden US-Dollar ist der Besitzer mehrerer TV-Stationen und des AC Mailand eine Ausnahmeerscheinung in der europäischen Spitzenpolitik. Mit der von ihm gegründeten Partei "Forza Italia" betreibt er eine konservative, wirtschafts-liberale und nach eigenen Angaben "anti-kommunistische" Politik. Mit seinen einfachen Wahlslogans ("Eine Million Arbeitsplätze") und der medialen Macht steht er oft in der Kritik, zu große Kontrolle über das politische Geschehen zu haben.

Mai: Acht Jahre nachdem sie in der TV-Show "Popstars" gecastet wurden und fünf Jahre nach einer zwischenzeitlichen Auflösung treten die "No Angels" für Deutschland beim Eurovision Song Contest an. Wie viele ihrer Vorgänger scheitern sie kläglich: Am Ende steht ein enttäuschender 23. Platz bei 25 Teilnehmern. Doch auch der Wettbewerb an sich hat nicht mehr die Strahlkraft früherer Jahre, als er noch Grand Prix d'Eurovision hieß. Die Lieder genügen weder künstlerischem noch kommerziellem Anspruch - oder erinnert Ihr euch an den Sieger 2008? Es war der russische Interpret Dima Bilan mit dem Song "Believe"...

Juni: Zum ersten Mal seit Simbabwes Staatsoberhaupt Robert Mugabe 1980 ins Amt kam verliert der mittlerweile 84-Jährige eine Wahl, rettet sich aber durch Wahlmanipulationen in eine Stichwahl gegen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai. Wegen extremer Angriffe auf Oppositionelle tritt Tsvangirai schließlich zurück. Auf internationalen Druck hin nehmen die beiden Gegner die Verhandlungen aber wieder auf und einigen sich am 15. September auf eine Machtteilung. Die Präsidenten-Stichwahl hatte Mugabe zuvor als einziger Kandidat mit 85,5 Prozentpunkten gewonnen. Von der Hoffnung auf Frieden und Demokratie ist mittlerweile aber nicht mehr viel übrig: Tsvangirai ist nach weiteren Angriffen geflohen, die Bevölkerung leidet weiter unter der Cholera-Epidemie und der andauernden Wirtschaftskrise mit Hyperinflation. Simbabwe verfällt ins Chaos.

Der zweite Teil unseres Jahresrückblicks folgt zu Silvester!

1 Kommentar:

stanzebla hat gesagt…

Gar nicht mitgekriegt, dass Heath Ledger gestorben war. Tststs, hab ich wohl nicht für geschwärmt (ist ja auch zu jung gewesen).
Trotzdem Frohes Neues jahr. :)